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  • The Great Equalizer: Oder warum sich immer mehr Dinge gleich anfühlen.

    Die Magie ist verlorengegangen. Dinge fühlen sich nicht mehr magisch an. Es ist nicht mal die Tatsache, dass wir alles erklären können (wir sind weit davon entfernt), es ist die Tatsache, dass die meisten Menschen meinen, dass wir bald alles erklären können. Interessanterweise war dies nicht immer so. Natürlich hat es früher (sprich vor 100–200 Jahren) auch schon einen wissenschaftlichen Fortschritt gegeben und wer zu dieser Zeit gelebt hat, wird auch darüber bewusst gewesen sein, dass die Zeit, in der er lebt, fortschrittlicher ist als die Zeit seiner Vorfahren. Das Verständnis von Fortschritt war vermutlich damals schon eines, das nicht nur geprägt war durch das Erkennen des Status quo als „Fortschritt“, sondern auch als eines, das den Fortschritt per se als einen sich immer entwickelnden, unaufhaltsamen Prozess anerkannt hat. Getreu dem Sprichwort „Veränderung ist die einzige Konstante“. Dennoch war Magie damals noch allgegenwärtiger. Trotz der auch schon damals hohen Geschwindigkeit des Fortschrittes glaubten mehr Menschen an etwas Magisches, etwas Allgegenwärtiges, das jeden Bereich ihrer Existenz durchdringt und für all das steht, was durch den Fortschritt nicht erklärbar ist. Dieses Etwas wurde für die meisten durch die Erklärungsmodelle ihrer entsprechenden Religion definiert.

    Eine interessante Fragestellung ist, ob die absolute Menge an akkumuliertem Fortschritt oder die augenscheinlich immer schnellere Beschleunigung des Fortschrittes dazu geführt hat, dass die Menschen den Glauben an Magie verloren haben. Oder ist es eine Kombination aus beidem?

    Die Demystifizierung betrifft absolut alle Bereiche unseres Lebens. Viele Berufe, die früher noch mit ja fast mythischem Ansehen einhergegangen sind, sind heute nichts weiter als eine weitere naturwissenschaftliche Disziplin. Reduziert auf wissenschaftliche Erkenntnisse bleibt kein Raum für Magisches oder Mystisches.

    Ein gutes Beispiel dafür ist die Pflanzenzüchtung. Bevor die genetischen Grundlagen der Züchtung verstanden waren, umwob den Züchter noch etwas Magisches und Besonderes. Manifestiert hat sich dies im Sprachgebrauch durch Begriffe wie „Züchterauge“ („Nichts geht über ein gutes Züchterauge!“). Heute wissen wir: sehr viel geht über ein gutes Züchterauge, die genetischen Grundlagen, auf denen eine gute Zucht basiert, hängen nicht von den persönlichen Eigenschaften des Züchters ab. Ob eine Zucht gut oder nicht gut ist, hängt alleine von der korrekten Anwendung fester naturwissenschaftlicher Regeln ab. Es gibt keinen Platz für Mystik oder Magie. Jeder, der diese Regeln beherrscht, kann ein guter Züchter sein. Dadurch wird der Züchter als Person ersetzbar, da der Erfolg seines Tuns auf Regeln basiert, die auch jeder andere erlernen kann.

    Für jede Person als Individuum ist dies eine unvorteilhafte Entwicklung. Natürlich hat man heute die Möglichkeit, das zu lernen und auszuführen, was einem gefällt. Aber wie hoch ist der Wert des Individuums, wenn es in jedem Augenblick durch ein anderes ersetzt werden kann, das die gleichen Fähigkeiten erlernt hat?

    Das Magische und für andere nicht Nachvollziehbare hat demjenigen, der es beherrscht hat, einen Vorteil verschaffen, der ihn ungleich der anderen und damit unersetzbar gemacht hat.

    Magie und Mystik hat einem jeden Individuum Sicherheit und Spielraum verschafft. Eine höhere Sicherheit, ersetzt zu werden, lässt mehr Spielraum für Fehler und Verspieltheit zu. In einer Welt, in der nicht dieser Spielraum besteht, ist eine Welt, in der sich immer mehr Dinge gleich sind weil sie gleich sein müssen.

  • The Living Gives Birth to the Living

    There are books that you read. And then there are books that read you.
    Never before has writing been as difficult for me as it is now. Perhaps because never before has reading been as difficult as truly understanding this book. The words enter through my eyes, yet not all of them find the same path into my consciousness. Some unfold within me like the gentle ripples of a raindrop touching the surface of still water. Others fall apart before they ever arrive, dissolving into the chaos of not understanding.
    Perhaps it is only now that I have realized that the distance between reading and understanding can sometimes span an entire lifetime.
    Steiner writes that the human Leib is constituted in such a way that its highest culmination is the organ of the soul—the brain. And yet my own brain now feels as though it is boiling like Mercury in its orbit around the Sun, as if it had ventured too close to the very light it longed to comprehend. Every new thought is born and consumed by that heat at the same moment. Some never even have the chance to be born—they turn to ashes before they can become words. Sometimes I believe that I am thinking. At other times, I feel as though I am merely witnessing a process in which thoughts burn at the cost of their own birth.
    The words disappear. The paragraphs disappear. The arguments disappear.
    Only three words remain.
    Leib. Seele. Geist.
    They no longer seem like concepts. They resemble three doors, behind which something is hidden—something I do not yet know, yet that feels strangely familiar. It is as if these words are not merely being read; they are reading the human being from within.
    I found myself wondering how this trinity sounds in the language in which it was first written. How Steiner himself names it.
    Leib. Seele. Geist.
    Not Körper.
    But Leib.
    How extraordinary that a single word can contain an entire philosophy. Körper—the body as form, as matter, as a visible shell.
    Leib, however… already seems to breathe. Here, the body is no longer merely flesh. It is the living body, whose existence is justified not only by its physical reality but also by that invisible dimension Steiner calls Seele and Geist.
    Perhaps that is why everything begins with the choice of words.
    And perhaps that is why I feel that this book is not trying to teach me something new. Rather, it is trying to remind me of something that has always existed somewhere deep within me.
    Perhaps that is why understanding is so painful. Every genuine thought first destroys the world in which you had lived so peacefully—and only then does it begin to build a new one.
    Perhaps that is why only the living can give birth to the living.

  • Nobody has Opinions anymore

    It is harder than ever to find truly interesting people nowadays. Everyone is average. Everyone is afraid. Nobody dares to say anything controversial anymore. Women are affected by this more than men. Dating apps are a prime example of this. Ten minutes on Hinge will fry your last brain receptors:

    “I want to travel.”
    “I like good food.”
    “I go crazy for coffee in bed.”
    “Make me laugh.”
    “ChatGPT is my therapist.”

    No, Lisa, even if you look decent, I am certainly not interested in a woman who is just another product of social media and TikTok culture. Nothing you say or think is unique. You spend hours a day consuming the outputs of Instagram, TikTok, and ChatGPT. I don’t want to spend time with someone whose brain has been molded by big-tech overlords to be as average as possible. I could replace you and your entire existence with just another Lisa.

    Have fun finding an Otto who will go on all those trips, eat at fancy Instagram restaurants with you, while you consult ChatGPT for “Why is our relationship boring?”.

    Have fun dying without being remembered. I hope you enjoyed the Instagram likes and the Reddit upvotes.

  • Für niemanden. Von niemandem. 

    In einer Novelle heißt es, dass alles mit einer Einleitung beginnen sollte. Das stimmt – also beginne auch ich mit einer Einleitung.

    Es ist schwer, für jemanden zu schreiben, der vielleicht gar nicht existiert. Deshalb ist diese Seite und alles, was hier geschrieben steht, für niemanden – von niemandem.

    Als ich mein Studium beendet hatte – was noch gar nicht so lange her ist –, beschloss ich, eine Vorlesung meines Lieblingsdozenten zu besuchen. Nach der Vorlesung unterhielten wir uns lange. Ich erzählte ihm, wie verzweifelt ich war, weil ich den Sinn des Lebens nicht mehr sehen konnte; dass mir, anders als Newton, kein Apfel auf den Kopf gefallen war und ich nichts Außergewöhnliches entdeckt hatte.

    Er lächelte und sagte mir, dass Menschen aus den Sozialwissenschaften Zeit und Lebenserfahrung bräuchten, um etwas wirklich Neues zu erkennen – anders als Physiker oder Mathematiker. Um meine Seele ein wenig zu beruhigen, fügte er hinzu, dass er mir ein Buch mitbringen könne, das mir helfen würde, mich selbst besser zu verstehen. Gleichzeitig murmelte er jedoch, wie schwer dieses Buch eigentlich zu begreifen sei.

    Voller Ungeduld wartete ich auf die nächste Woche, um wieder zur Universität zu gehen und das versprochene Buch entgegenzunehmen. Ich zählte die Sekunden, bis ich endlich mit dem Lesen beginnen konnte. Und dann hielt ich es in den Händen: Rudolf Steiners Theosophie, eingehüllt in einen leuchtend roten Einband. Kaum hatte ich die Universität verlassen, schlug ich das Buch auf. Die georgische Übersetzung stammte von Swiad Gamsachurdia und Merab Kostawa – dem ersten Präsidenten Georgiens beziehungsweise einem Nationalhelden des Landes. In genau diesem Moment wurde mir klar, wie schwierig die Lektüre werden würde. Doch das war erst der Anfang.

    Schon im ersten Kapitel, das eigentlich nur eine Einleitung ist, wurde ein Auszug aus einer Lehre Johann Gottlieb Fichtes zitiert, die im Herbst 1813 veröffentlicht wurde:

    „Zum Verständnis dieser Lehre bedarf es eines völlig neuen inneren Sinnesorgans, das eine neue Welt wahrnimmt, die dem gewöhnlichen Menschen verborgen bleibt.“

    Als ich diese Worte las, erfüllte mich eine tiefe Angst vor der Gewöhnlichkeit. Denn wie Shakespeare einst schrieb: Nichts ist so weit verbreitet wie der Wunsch, anders zu sein.

    Ich begann mich von einer einzigen Formulierung verfolgen zu lassen: „dem gewöhnlichen Menschen verborgen.“ Was bedeutet überhaupt ein gewöhnlicher Mensch? Kann ein Mensch gewöhnlich sein, wenn doch allein seine Existenz bereits etwas Außergewöhnliches ist? Und selbst wenn wir den größten Teil der Menschheit als „gewöhnlich“ bezeichnen – so wie es uns die Normalverteilung in der Psychologie der menschlichen Entwicklung nahelegt, nach der die meisten Menschen einander ähneln und nur wenige Ausnahmen darstellen –, ist dieses Buch dann nur für eine kleine Minderheit bestimmt?

    In diesem Moment spürte jede einzelne Zelle meines Körpers eine überwältigende Angst. Was, wenn ich ein gewöhnlicher Mensch bin? Was, wenn mir genau jenes „völlig neue innere Sinnesorgan“ fehlt, von dem Fichte spricht?

    Es war nicht die Angst davor, gewöhnlich zu sein. Es war die Angst, den Menschen zu enttäuschen, der mir dieses Buch geschenkt hatte – einen Menschen, der für mich zu den außergewöhnlichsten Persönlichkeiten meines Lebens gehört. Deshalb schaffte ich es, nur siebzehn Seiten zu lesen. Denn jedes Mal, wenn ich eine Seite berührte, empfand ich nicht die Freude des Lesens, sondern die lähmende Furcht, einer Erwartung nicht gerecht zu werden.

    Seitdem sind nun sieben Monate vergangen, lieber Leser.

    Und genau darum geht es in diesem Blog: um Rudolf Steiners Theosophie und um all die Gedanken, die während der Lektüre dieses Buches in mir entstehen werden. Denn ich war nie gewöhnlich. Und vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, eine weitere neue Seite aufzuschlagen.

  • Not having an AC because of CO2 Emissions is a Scam

    Yes. As an European not having an AC because of “muh CO2” emissions is a scam. Look at the chart below:

    China currently dominates global CO2 emissions, producing nearly 24 times the amount generated by Germany. While Europe undergoes a period of de-industrialization, China continues to expand its industrial footprint. It is clear that China will prioritize its economic lead over environmental concerns. Consequently, Europeans must find a balanced approach. Ensuring proper climate control in schools, offices, and clinics is not merely a matter of comfort, but a fundamental requirement for a nation’s well-being. It dictates a country’s ability to provide students with optimal learning environments, workers with productive conditions, and patients with the necessary surroundings for a speedy recovery.

  • Hallo Welt!

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